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Brutto-Netto 2026: Was vom Gehalt wirklich übrig bleibt

uumsgeld Redaktion Aktualisiert am 20. Juni 2026 ca. 3 Min.
Das Wichtigste in Kürze

Vom Bruttogehalt werden Sozialabgaben und Steuern abgezogen. Die Sozialabgaben (Arbeitnehmeranteil) umfassen Kranken- (14,6 % + Zusatzbeitrag), Pflege- (3,6 %, kinderlos +0,6 %), Renten- (18,6 %) und Arbeitslosenversicherung (2,6 %) — jeweils zur Hälfte vom Arbeitnehmer und gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenzen. Auf das zu versteuernde Einkommen fällt Einkommensteuer nach §32a EStG an: Bis zum Grundfreibetrag von 12.348 € (2026) bleibt es steuerfrei, danach steigt der Satz progressiv von 14 % bis 42 %. Hinzu kommen ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Brutto-Netto 2026: Was vom Gehalt wirklich übrig bleibt

„Brutto für netto, das wäre schön” — vom Bruttogehalt geht aber einiges ab, bevor es auf dem Konto landet. Hier ist aufgeschlüsselt, wohin das Geld fließt und wie du dein Netto realistisch einschätzt.

Die zwei großen Abzüge

Zwischen Brutto und Netto liegen zwei Blöcke: Sozialabgaben und Steuern. Beide funktionieren unterschiedlich — die Sozialabgaben sind feste Prozentsätze mit Obergrenze, die Steuer steigt progressiv mit dem Einkommen.

Sozialabgaben (Arbeitnehmeranteil)

Die gesetzliche Sozialversicherung teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Dein Anteil 2026:

  • Krankenversicherung: 14,6 % plus kassenindividueller Zusatzbeitrag, hälftig getragen.
  • Pflegeversicherung: 3,6 %, hälftig — ohne Kinder zahlst du einen Zuschlag von 0,6 % allein.
  • Rentenversicherung: 18,6 %, hälftig.
  • Arbeitslosenversicherung: 2,6 %, hälftig.

Wichtig: Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen steigen die Beiträge nicht weiter. 2026 liegen sie bei 5.812,50 € pro Monat (Kranken-/Pflegeversicherung) und 8.450 € pro Monat (Renten-/Arbeitslosenversicherung).

Die Einkommensteuer

Auf dein zu versteuerndes Einkommen fällt Einkommensteuer nach § 32a EStG an. Sie ist progressiv aufgebaut:

  • Bis zum Grundfreibetrag von 12.348 € (2026): keine Steuer.
  • Darüber steigt der Satz schrittweise von 14 % an.
  • Ab rund 69.879 € greift der Spitzensteuersatz von 42 %.
  • Sehr hohe Einkommen ab 277.826 € werden mit 45 % („Reichensteuer”) belegt.

Entscheidend ist der Unterschied zwischen Durchschnitts- und Grenzsteuersatz: Eine Gehaltserhöhung wird mit dem Grenzsteuersatz besteuert — deshalb bleibt vom Zuwachs netto weniger übrig, als das Brutto-Plus vermuten lässt.

Soli und Kirchensteuer

Der Solidaritätszuschlag (5,5 % der Einkommensteuer) fällt erst oberhalb einer Freigrenze an, die die meisten Arbeitnehmer nicht erreichen. Kirchensteuer (8 oder 9 % der Einkommensteuer) zahlst du nur, wenn du Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft bist.

Dein Netto berechnen

Wie viel von deinem Brutto übrig bleibt, rechnest du am schnellsten im Brutto-Netto-Rechner aus — inklusive Aufschlüsselung nach Sozialabgaben und Steuern.

Gut zu wissen

  • Sozialabgaben sind gedeckelt — Spitzenverdiener zahlen prozentual weniger.
  • Die Steuer ist progressiv — der erste Euro ist steuerfrei, der letzte am höchsten belastet.
  • Für die genaue monatliche Abrechnung zählt deine Steuerklasse; sie verschiebt nur den Zeitpunkt, nicht die Jahressteuer.
Unsere Einschätzung

Vom Brutto gehen zwei große Blöcke ab: Sozialabgaben (rund 20 % Arbeitnehmeranteil, gedeckelt auf die Beitragsbemessungsgrenzen) und Einkommensteuer (progressiv ab dem Grundfreibetrag). Wer eine Gehaltserhöhung bewertet, sollte mit dem Netto-Zuwachs rechnen, nicht mit dem Brutto — durch die Progression bleibt vom letzten Euro weniger übrig als vom ersten.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?+

Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 € pro Person (24.696 € bei Zusammenveranlagung). Bis zu diesem zu versteuernden Einkommen fällt keine Einkommensteuer an.

Wie viel Sozialabgaben zahle ich als Arbeitnehmer?+

Der Arbeitnehmeranteil liegt zusammen bei rund 20 % des Bruttos: Krankenversicherung (14,6 % plus Zusatzbeitrag, hälftig), Pflege (3,6 %, hälftig, kinderlos +0,6 %), Rente (18,6 %, hälftig) und Arbeitslosenversicherung (2,6 %, hälftig). Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenzen steigen die Beiträge nicht weiter.

Wann zahle ich Solidaritätszuschlag?+

Der Soli fällt erst oberhalb einer Freigrenze an, die die meisten Arbeitnehmer nicht erreichen. Erst bei hohen Einkommen werden 5,5 % der Einkommensteuer als Soli fällig — mit einer Milderungszone am Übergang.

Warum bringt eine Gehaltserhöhung weniger netto als gedacht?+

Wegen der Steuerprogression: Jeder zusätzliche Euro wird mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz besteuert, der höher liegt als der Durchschnittssteuersatz. Vom letzten Euro bleibt also weniger übrig als vom ersten — netto kommt weniger an als der Brutto-Zuwachs.

Unabhängig recherchiert. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 20. Juni 2026.