Mit einem Freistellungsauftrag teilst du deiner Bank mit, dass Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei bleiben sollen. 2026 sind das 1.000 € pro Person und Jahr (2.000 € bei Zusammenveranlagung). Ohne den Auftrag führt die Bank automatisch Abgeltungssteuer ab, die du dir erst über die Steuererklärung zurückholen müsstest. Hast du mehrere Banken, kannst du den Pauschbetrag aufteilen — die Summe aller Aufträge darf 1.000 € aber nicht überschreiten.
Es ist einer der einfachsten Steuer-Tricks überhaupt — und trotzdem verschenken viele Geld: der Freistellungsauftrag. Fünf Minuten Aufwand, und deine Kapitalerträge bleiben bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei.
Was der Freistellungsauftrag macht
Auf Kapitalerträge — Zinsen, Dividenden, Kursgewinne, Vorabpauschale — fällt grundsätzlich Abgeltungssteuer von 26,375 % an. Mit dem Freistellungsauftrag sagst du deiner Bank: Bis zum Sparerpauschbetrag soll sie keine Steuer abführen. 2026 sind das 1.000 € pro Person (2.000 € bei Zusammenveranlagung).
Ohne den Auftrag zieht die Bank die Steuer automatisch ab — auch wenn du weit unter dem Pauschbetrag liegst. Zurückholen müsstest du sie dir dann mühsam über die Steuererklärung.
Mehrere Banken: richtig aufteilen
Hast du Konten und Depots bei verschiedenen Banken, kannst du den Pauschbetrag aufteilen. Die einzige Regel: Die Summe aller Freistellungsaufträge darf 1.000 € (bzw. 2.000 €) nicht überschreiten.
So gehst du klug vor:
- Erträge schätzen: Wo erwartest du die höchsten Zinsen und Ausschüttungen?
- Schwerpunkt setzen: Dort den größeren Teil des Pauschbetrags freistellen — typischerweise beim Broker mit dem größten Depot.
- Rest verteilen: Den verbleibenden Betrag aufs Tagesgeld- oder Festgeldkonto.
- Jährlich prüfen: Verändert sich dein Depot, passe die Aufträge an — das geht jederzeit kostenlos.
Zusammenhang mit der Vorabpauschale
Auch die Vorabpauschale auf thesaurierende ETFs zählt zu den Kapitalerträgen — und wird durch den Freistellungsauftrag mit abgedeckt. Solange deine gesamten Erträge unter dem Pauschbetrag bleiben, zahlst du also weder auf Ausschüttungen noch auf die Vorabpauschale Steuer.
In Kürze
- Freistellungsauftrag bei jeder relevanten Bank stellen.
- In Summe maximal 1.000 € (Einzelperson) freistellen.
- Schwerpunkt dort, wo die höchsten Erträge anfallen.
- Kostenlos, jederzeit änderbar — und bares Geld wert.
Der Freistellungsauftrag ist kostenlos, dauert fünf Minuten und spart bares Geld. Stelle ihn bei jeder Bank, bei der du Kapitalerträge erwartest, und verteile die 1.000 € (bzw. 2.000 € als Paar) so, dass dort am meisten freigestellt ist, wo die höchsten Erträge anfallen. In Summe darfst du den Pauschbetrag nicht überschreiten — sonst führt die Bank trotzdem Steuer ab.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Sparerpauschbetrag 2026?+
1.000 € pro Person und Jahr, bei zusammen veranlagten Paaren 2.000 €. Bis zu diesem Betrag bleiben Zinsen, Dividenden, Kursgewinne und die Vorabpauschale steuerfrei — wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt.
Was passiert ohne Freistellungsauftrag?+
Die Bank führt auf alle Kapitalerträge automatisch Abgeltungssteuer (26,375 % inkl. Soli) ans Finanzamt ab — auch wenn du unter dem Pauschbetrag bleibst. Zu viel gezahlte Steuer holst du dir nur über die Steuererklärung (Anlage KAP) zurück.
Kann ich den Freistellungsauftrag auf mehrere Banken verteilen?+
Ja. Du kannst bei jeder Bank einen eigenen Auftrag stellen und die 1.000 € frei aufteilen. Wichtig: Die Summe aller Aufträge darf den Pauschbetrag nicht überschreiten, sonst wird zu viel freigestellt — das fällt beim Datenabgleich auf.
Wie teile ich am besten auf?+
Stelle dort am meisten frei, wo du die höchsten Erträge erwartest. Faustregel: Beim Broker mit dem größten Depot und den meisten Ausschüttungen den größeren Teil, beim Tagesgeldkonto den Rest. Anpassen kannst du die Aufträge jederzeit.
Unabhängig recherchiert. Manche Empfehlungen sind Partnerangebote (auch aus der MyWage-Gruppe) und werden gekennzeichnet. Inhalte dienen der Information und sind keine Anlage- oder Steuerberatung. Stand 20. Juni 2026.